Rotation der Schallplatte

Der Plattenteller
Es ist egal, welchem Antrieb man den Vorzug gibt, einige übereinstimmende Grundforderungen bleiben bestehen. Außer bei Sonderanforderungen wie im Discobetrieb, bei dem ein schnelles Hochfahren und eine leichte Reaktion bei der manuellen Bewegung durch den DJ erwünscht sind, kann ein Plattenteller gar nicht schwer genug sein, solange die Lagerung entsprechend stabil ist. Das Gewicht sichert durch seine Trägheit eine hohe Konstanz der Umdrehungsgeschwindigkeit. Der Plattenteller muss tatsächlich „platt“ sein, also absolut eben. Das heißt, ein Teller aus gepresstem Blech oder aus Kunststoff kommt nicht in Frage. Die Oberfläche muss gedreht oder geschliffen sein. Der Teller muss aus nicht magnetischem Material gefertigt werden. Ideal sind Marmor oder Glas. Auch massives Plexiglas ist geeignet. Ein besonders häufiges Herstellungsverfahren ist der Druckguss aus Aluminium. Ein derartiger Plattenteller muss aber durch individuelle Ausbohrungen auf der Unterseite beim Gewicht exakt zentriert sein (Dynamische Auswuchtung).
Die Tellerauflage
Eine elastische aber nicht poröse Auflage (Matte) oder eine Beschichtung sorgen dafür, dass die Schallplatte den Kontakt zum Plattenteller zuverlässig halten kann. Da es in der Praxis keine hundertprozentig ebene Schallplatte gibt, haben viele hochwertige Plattenspieler nur eine Dreipunktauflage, die die Horizontale definiert. Einige Hersteller verzichten ganz auf den klassischen Plattenteller und konzentrieren sich auf die Konstruktion einer genau austarierten und zentrierten Dreipunktlösung als Rotationselement. Für die Dreipunkt-Auflage eignen sich leichte, dünne LPs nicht, da sie deutliche Eigenfrequenzen aufweisen können. High End Pressungen sind schwer und dicker als klassischen Schellacks. Wie bei etlichen anderen Bauelementen des Plattenspielers bewegt man sich hier aber bereits in den Kategorien der Klangphilosophie.
Die Tellerachse
Diese Welle oder Achse, die den meist abnehmbaren Teller trägt, muss sehr präzise in engen Toleranzgrenzen gefertigt und langlebig gelagert sein. Die Lagertechnik ist von Hersteller zu Hersteller verschieden und besagt noch nichts über die Qualität der Lagerung. Jedenfalls ergeben Reibungen in den Lagern ein Geräusch, das sich auf den Tonabnehmer im hörbaren Bereich überträgt. Sogenannte Schlupfbewegungen der Achse, also das seitliche Ausweichen vom theoretischen Idealbereich erzeugen Infraschall. Die Summe dieser letztlich unvermeidlichen Störgeräusche nennt man beim Plattenspieler Rumpeln und sollte möglichst gering sein. Es muss unterhalb des Eigenrumpelns der Schallplatte liegen, das auch bei audiophilen Pressungen nicht völlig eliminiert werden kann.



