DJ Plattenspieler

DJ PlattenspielerDJ Plattenspieler

Disk Jockeys, heute eigentlich nur noch Djs genannt, stellen vor allem in Diskotheken eigene Forderungen an die Technik von Plattenspielern, mit denen sie zumindest paarig, manchmal auch in höherer Stückzahl arbeiten. Ein DJ Plattenspieler muss zu aller erst robust und zuverlässig sein. Deshalb verbieten sich einige Plattenspieler-Technologien fast von selbst, und es gilt: Kein Riemenantrieb, kein hyperempfindliches Tonarmgelenk, kein MC als Tonkopf. Der Teller muss etwas Gewicht haben, darf aber nicht zu schwer sein. Der (Direkt-) Antrieb muss kräftig, schnell anlaufend und pitchfähig für das „beatmatching“ sein. Er darf nach einem händischen Stopp (beatjuggling) oder einer mechanischen Gegendrehung (backspinning) nicht den Geist aufgeben. Der Tonabnehmer muss mehr mechanische Belastung wegstecken können, als bei einem Heimplattenspieler. Ein Herunterdrücken des Tonkopfes bis zum Anschlag auf die Platte darf nicht gleich das „Aus“ für ihn bedeuten. Ein kurzer, stabiler Nadelträger und schnelles „replacement“ der Nadel gehören zu den „musts“. Da gab es fast nur ein Modell, das in Frage kam, der Technics SL 1200 und seine Nachfolger.

Der „Zwölfzehner“

Die Technics SL 1200/1210 MK Serie von Matsushita, liebevoll „Zwölfzehner“ genannt, erfüllt diese Anforderungen nahezu perfekt. Im Laufe von über 20 Jahren ist er zum Inbegriff des DJ Plattenspielers geworden, und inzwischen gibt es bereits den MK 6. Einen Anteil am Erfolg hat auch das von Ortofon speziell für diesen Plattenspieler entwickelte Concorde Pro. Obwohl der „Zwölfzehner“ kein eigentliches Equipment für den Hausgebrauch ist, hat er über die Jahre, in denen er zum am längsten und meist gebauten elektronischen „Consumer Product“ erkoren wurde, auch in privaten Audio-Anlagen seinen Platz gefunden. Schließlich ist er bei hoher Qualität auch ausgesprochen partytauglich.
Natürlich wollten auch andere Hersteller einen Teil von diesem professionellen Markt abbekommen. Einige wesentlich billigere Produkte, z.B. der Mc Crypt DJ 4500 B wirken wie ausgesprochene Kopien des Technics. Auch der Stanton ST-150-II ähnelt auf den ersten Blick dem Technics, bietet aber einige ihn überragende Features und ist mit einem guten System (Stanton 680 HP) für den halben Preis zu bekommen. Ob er den Langzeitvergleich aushalten wird, muss sich in der Praxis erweisen. Erste Test bezeichnen ihn als empfehlenswert..

Der Profi-Plattenspieler als Instrument.

Der Plattenspieler als (Musik-) Instrument ist ein vergleichsweise junge Erscheinung. Ab dem Ende des 20. Jahrhunderts entwickelte sich ausgehend von Rap, Hip-Hop, Techno, House und anderen Strömungen eine eigene „DJ-Culture“. Die Grenzen beim „Turntablism“ waren nicht mehr erkennbar. Gemeinsame Methoden am Plattenspieler (Turntable) ist den meisten geläufig: Beatjuggling, Backspinning, Needle Dropping, Phase Shifting und Scratching, bei dem der Plattenspieler zum Soloinstrument wird.